Pfarr- und Gemeindehaus Coschütz
Kurzinfos
Öffnungszeiten des Gemeindebüros Coschütz/Gittersee
Di: 16:00 – 18:00 Uhr
Sprechzeiten Pfarrerin Rummel
nach Vereinbarung
Vermietung
Gern können Sie unsere Räumlichkeiten für Konzerte, Veranstaltungen oder Feiern anmieten. Bitte wenden Sie sich an unser Gemeindebüro.
Windbergstraße 20
01189 Dresden
Ansprechpartner
Aus der Geschichte des Ortes Coschütz
Auch Coschütz kannte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schreibweisen. So wurde es unter anderem auch Koßitz oder Koschwitz geschrieben. Es gehörte neben 30 anderen Dörfern, Vorwerken und Einzelgehöften zur damaligen Pfarre Dresden-Stadt mit Sitz in der kleinen Bartholomäuskapelle in der Nähe des Freiberger Platzes vor dem Willsdruffer Tor. Hier hielt der Pfarrer von Plauen Gottesdienst.
1539 wurde im Meißner Land unter Herzog Heinrich dem Frommen (1539-1541) die Reformation eingeführt. Der erste Pfarrer von Plauen, der auch den Dienst in der Bartholomäuskapelle versah, hieß Johann Küchel oder Küchler, er starb 1546. Da die Gemeinden an Einwohnern zunahmen, reichte die kleine Kapelle nicht mehr aus.
Daher wurde 1578 mit dem Bau der Annenkirche begonnen; im gleichen Jahr wurde sie eingeweiht. Zu ihr gehörte das kleine Dorf Coschütz mit seinen Beerdigungen, während für Taufen, Konfirmationen und Aufgebote die Kreuzkirche und für Trauungen und Kommunion die Frauenkirche zuständig waren.
Schließlich gehörte Coschütz mit allen kirchlichen Handlungen bis 1896 zur Kreuzkirche. Am 25. September 1876 fand in Glasey´s Restaurant in Plauen ein von der Kircheninspektion anberaumter Termin statt, zu dem Zwecke, die Auspfarrung der Gemeinde Coschütz aus der Kreuzkirche und die Einpfarrung in die Kirchgemeinde Plauen zu beraten. Dies scheiterte jedoch am Nichtwollen der Coschützer.
Die Parochie (Kirchgemeinde) Coschütz
Am 19. September 1897 wurde ein neuer nun eigener Kirchenvorstand für Coschütz gewählt. Dieser wählte aus drei Bewerbern den bisherigen Hilfsgeistlichen von Kesselsdorf Oscar Paul zum Pfarrer von Coschütz.
Pfarrer Paul wurde am 16. Januar 1898 in sein Amt eingewiesen.
Am selben Tage wurde auch der Coschützer Friedhof geweiht. Er wurde angrenzend an den äußeren Plauenschen Friedhof errichtet. Es wurde an diesem Tage auch der erste Tote auf ihm beigesetzt. 1898 wurde außerdem auf dem nun neu entstandenen Coschützer Friedhof eine Totenhalle errichtet. Der Coschützer Friedhof war zunächst etwas kleiner als heute. Er wurde 1903 durch zukauf von Land nach Süden hin erweiter.
1900 wurde das Coschützer Pfarrhaus mit Betsaal errichtet. Am 29. Juni 1900 wird Richtfest gefeiert und am 28. September 1900 zieht Pfarrer Paul in das Coschützer Pfarrhaus ein. Am 14. Oktober 1900 fand der Weihegottesdienst des Betsaals statt. Der Betsaal bestand in seiner ursprünglichen Form bis 1955. In diesem Jahr wurde er umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen.
Eigene Coschützer Kirche bleibt ein Traum
Natürlich wollten die Coschützer auch eine eigen Kirche errichten. Ein Platz dafür war auch schon vorgesehen, nämlich der Platz gegenüber des Pfarrhauses auf der anderen Seite der Windbergstraße. Es stellte sich jedoch heraus, daß das Grundstück nicht als kirchliches Grundstück im Grundbuch eingetragen war, obwohl es doch für den Kirchenbau vorgesehen war! Wie diese Situation genau entstand, ist bis heute nicht restlos geklärt. Das Flurstück ist im Besitz der Gemeinde Coschütz geblieben und dann in den Besitz der Stadt Dresden übergegangen. Mehrere Versuche von seiten der Kirchgemeinde Coschütz, das ursprünglich für den Kirchenbau vorgesehene Grundstück in Kircheneigentum zu überführen, um darauf die Coschützer Kirche zu errichten, scheiterten, zuletzt nach der Wende 1989.
Vereinigung mit Dresden-Plauen scheitert
Die Selbständigkeit der Kirchgemeinde Coschütz gerät 1922 nun doch aus finanziellen Gründen ins Wanken. In der Kirchenvorstandssitzung vom 18. Dezember 1922 wurde ein Antrag des Kantors Schumann angenommen, dass es wünschenswert sei, die hiesige Parochie aufzulösen und mit Dresden-Plauen zu vereinigen.
Ein Ausschuss des Kirchenvorstandes soll dazu mit dem Konsistorium in Verhandlung treten. Es werden zwar erste Schritte dazu unternommen, doch schließlich verläuft dies ganze Vorhaben der Vereinigung von Coschütz mit Plauen im Sande. Pfarrer Paul tritt am 1. Juli 1931 in den Ruhestand.
Und erneut wird, diesmal von Seiten des Hausbesitzervereins, vorgeschlagen, die Parochie Coschütz aufzulösen und an Plauen anzugliedern. Wiederum sind die Finanzen der ausschlaggebende Grund für diesen Vorschlag.
Eigenständigkeit wird gewahrt
Allerdings hat wohl die Kirchgemeinde Dresden-Plauen bereits am 18. Dezember 1930 einer Eingemeindung der Coschützer Kirchgemeinde ablehnend gegenüber gestanden. Und da das Konsistorium der Kirchgemeinde Coschütz eine Beihilfe finanzieller Natur in Aussicht stellt, bleibt die Eigenständigkeit von Coschütz weiter erhalten.
Am 12. März 1931 wird der Diakonus zu Reinsberg (Kirchenbezirk Zwickau) Karl Dietrich durch den Kirchenvorstand zum Nachfolger von Pfarrer Paul gewählt. Am 6. Juli 1931 wird Pfarrer Dietrich durch Superintendent Hahn in sein Amt in Coschütz eingeführt. Pfarrer Dietrich führte sein Amt als Pfarrer von Coschütz bis zum 31. Juli 1949, als er in den Ruhestand trat.
Sein Nachfolger wurde Pfarrer Dr. Friedrich Martin Ludwig, welcher von St. Petri Bautzen nach Coschütz wechselte. Er wurde am 5. März 1950 als Pfarrer von Coschütz gewählt und am 19. März 1950 in sein Amt durch Superintendent Karl Ae eingeführt.
Eine Glocke für das Pfarr- und Gemeindehaus
Am 10. November 1950, zum 50-jährigen Pfarrhausjubiläum, wird beschlossen, sich eine Glocke zuzulegen. Im Oktober 1951 wird von der Apoldaer Glockengießerei mitgeteilt, daß der Kirchgemeinde Coschütz eine Bronzeglocke vom Landeskirchenamt zugeteilt worden ist. Es ist eine Glocke aus dem Jahr 1490, die den Krieg in Hamburg bei der zentralen Glockenerfassungstelle überstanden hat und nicht mehr eingeschmolzen worden ist.
Nun wird am 14. Dezember 1951 der Bau des Glockentürmchens auf dem Coschützer Pfarrhaus geplant. Der Baubeginn für das Glockentürmchen ist der 24. März 1953 und am Pfingstsonntag, dem 24. Mai 1953 erfolgt die feierliche Glockenweihe. Seit diesem Tage läutet das kleine Glöckchen unermüdlich zu jedem Gottesdienst.
Eine Orgel für den Beetsaal
Am 13. Mai 1958 wird im Betsaal die langersehnte Orgel durch Pfarrer Ludwig eingeweiht. Sie wurde gebaut von der Firma Jehmlich aus Dresden und durfte, bevor sie ihren endgültigen Platz im Betsaale Coschütz fand, ihren Klang am Karfreitag, dem 4. April 1958, in der Kreuzkirche bei der Aufführung der Matthäuspassion entfalten.
Im Jahr 1958 gibt Pfarrer Ludwig sein Amt auf. Wieder steht ein Wechsel im Pfarramt an. Sein Nachfolger wird Pfarrer Heiner Hülsenberg. Er wird am 31. Mai 1959 durch Superintendent Martin in sein Amt eingewiesen. Pfarrer Hülsenberg versieht diesen Dienst bis zum 13.03.1977.
Er ist der letzte Pfarrer, welcher ausschließlich als Pfarrer für Coschütz tätig war.
Die beiden Kirchgemeinden Coschütz und Gittersee vereint unter einem Pfarrer
Vereinigung der Kirchgemeinden Coschütz und Gittersee
Am 17. April 1977 wird der Pfarrer von Reinsberg (Kirchenbezirk Meißen) Wilfried Weißflog durch den Kirchenvorstand Coschütz - in Anwesenheit des Kirchenvorstandes von Gittersee - zum Pfarrer der Kirchgemeinde Coschütz, unter gleichzeitiger Mitverwaltung der Kirchgemeinde Gittersee, gewählt.
Gittersee sollte nicht mehr mit einem eigenen Pfarrer besetzt werden. Pfarrer Weißflog tritt am 1. Oktober 1977 seinen Dienst in beiden Gemeinden an und wird am Tag darauf, dem 17. Sonntag nach Trinitatis, durch Superintendent Scheibner in sein Amt eingeführt.
Anfänglich wurde zwischen Coschütz und Gittersee ein Schwesternkirchverhältnis anvisiert. Nach zehn Jahren gemeinsamen Lebens schließlich beschlossen die beiden Kirchenvorstände in getrennter Abstimmung am 5. Mai 1986, die beiden Kirchgemeinden mit Wirkung vom 1.1.1987 an zu einer gemeinsamen zu vereinigen. Nach fast 90 Jahren fanden damit die beiden Kirchgemeinden, welche gemeinsam begannen und dann doch so schnell wieder auseinander gingen, nun entgüldig wieder zusammen.
Die gemeinsame Kirchgemeinde trug von nun an den Namen: Ev.-Luth. Paul-Gerhardt-Kirchgemeinde Dresden-Coschütz/Gittersee.
Schwesterkirchgemeinde
Seit 2006 gehört zum Schwesternkirchverbund auch die Zionskirche in der Südvorstadt. Der Pfarrer von Coschütz/Gittersee ist nun zugleich der Pfarrer der Zionskirche
Nach dem Weggang nach Seifersdorf bei Mittweida folgte auf Pfarrer Kranz 2010 Pfarrer Dr. Harald Rabe, der 2020 in den vorzeitigen Ruhestand ging, und im Juli 2022 Pfarrerin Beatrice Rummel mit dem gleichen Aufgabenspektrum.
Der Schwesternkirchverbund wurde 2021 um die Annen-Matthäus-Kirchgemeinde erweitetert.
Zum 1. Januar 2026 ging die Paul-Gerhardt-Kirchgemeinde Coschütz/Gittersee in der Jakobikirchgemeinde Dresden auf.